Details

Auf dieser Seite stelle ich Ihnen regelmässig Details zu aktuellen Aufnahmen vor, sowohl was das entsprechende Motiv, als auch die technischen Fakten betrifft.

Weibliche Schlammfliege (Sialis lutaria) bei der Eiablage

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Schlammfliegen legen in Gewässernähe ca. 2000 Eier. Die daraus schlüpfenden Larven lassen sich ins Wasser fallen, in dem sie dann innerhalb von 2 Jahren 10 Larvenstadien durchlaufen. Diese ernähren sich von Insektenlarven und Würmern. Danach vergraben sie sich am Ufer, um sich zu verpuppen. Ende April bis Anfang Mai graben sich die Puppen an die Oberfläche, wo dann das fertige Insekt (Imago) schlüpft.

Für diese Aufnahme war wieder einmal Geduld nötig. Da die Schlammfliege die Eier von oben nach unten ablegt, dauerte es über eine Stunde, bis die ersten unter ihrem Körper sichtbar wurden.

Kamera: EOS 5D Mark II
Objektiv: Sigma 150mm
Blende: F18
Belichtungszeit: 1Sek.
ISO: 200
Beleuchtung: Schatten
Biotop: Park/Teichufer



Kürbisspinne (Araniella cucurbitina) mit Beute

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Kürbisspinnen haben ihren Namen wegen der gelblich-grünen Färbung ihres Hinterleibes. Sie gehören zu den Echten Radnetzspinnen und erreichen eine Grösse von 4 mm (Männchen) bis 6 mm (Weibchen). Jungtiere sind im Herbst bräunlich gefärbt und wechseln dann nach der Überwinterung ihre Ausfärbung. Im Juli spinnen die Weibchen 2 - 3 Eikokons, in die sie jeweils ca. 150 Eier legen.


Spinnen, die sich in ihren Netzen aufhalten, sind generell schwierig zu fotografieren, da der kleinste Windhauch das Netz in Schwingungen versetzt und das Scharfstellen zur Glücksache wird. Auch hier habe ich viele Aufnahmen benötigt, bis eine brauchbare gelang. Bei dem Beutetier handelt es sich um eine Blutzikade (Cercopis vulnerata).

Kamera: EOS 5D Mark II
Objektiv: Sigma 150mm
Blende: F18
Belichtungszeit: 0,5 Sek.
ISO: 200
Beleuchtung: Schatten
Biotop: Wildwiese


Merkwürdige Fliege

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Was ist das für eine merkwürdige Fliege? Sie ist tot, ein parasitierender Pilz, sichtbar als weißer Belag am Hinterleib, ist die Ursache.
Dies ist nicht einmal so selten und betrifft nicht nur Fliegen, sondern auch viele andere Insekten und deren Larven.
Kommt ein Insekt, bzw. eine Larve mit den Sporen dieses Pilzes in Kontakt, dringen diese mit Hilfe von Enzymen in den Körper ein, wo der Pilz heranwächst. Manche Arten befallen das Nervensystem ihres Wirtes und zwingen diesen an einem Halm oder Ast nach oben zu klettern, um ihre Sporen durch den Wind optimal zu verteilen. Nach 3 bis 14 Tagen stirbt das befallene Tier und der Pilz dringt in Form eines Luftmycel nach aussen.

Auch hier habe ich, wie meistens, eine kleine Blende verwendet, um die nötige Tiefenschärfe zu erzielen und um etwas Struktur in den Hintergrund zu bringen.

Kamera: EOS 5D Mark II
Objektiv: Sigma 150mm
Blende: F16
Belichtungszeit: 0,3 Sek.
ISO: 200
Beleuchtung: Schatten
Biotop: Teichufer

Feuersalamander (Salamandra salamandra)

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Feuersalamander gehören zu meinen Lieblingsmotiven. Es sind ausgesprochene Waldbewohner (Laub- und Mischwälder), immer ist ein naturnaher Bachlauf in der Nähe. Ihre Aktivitätszeit ist in der Nacht und unmittelbar nach Regenfällen, das ist die Chance des Fotografen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Lurchen paaren sich Feuersalamander an Land und legen keine Eier, sondern geben ihre Larven in Stillwasserzonen von Bächen. Diese haben bereits 4 Beine und äussere Kiemenbüschel. Nach 3 bis 6 Monaten ist ihre Entwicklung abgeschlossen und sie verlassen das Wasser.

IMG_8703web Kopie Larve des Feuersalamander

Feuersalamander ernähren sich von Insekten, Schnecken und vor allem Regenwürmern, in seltenen Fällen auch von kleinen Fröschen und Molchen. Sie selbst haben keine Fressfeinde, was an ihrer Warnfärbung und an dem giftigen Sekret liegt, welches sie über ihre Ohrdrüsen ausscheiden können. Dieses schützt sie übrigens auch vor Hautparasiten. Feuersalamander können ein Alter von über 20 Jahren erreichen.

Nachdem ich Ende 2010 ein Revier entdeckt hatte, in dem sie vorkamen, habe ich dort viele Tage verbracht, um ihre Lebensweise zu erkunden, dazu ich habe ich mir sogar eine Woche Urlaub genommen.
Die oben gezeigte Aufnahme entstand am frühen Morgen nach einer heftigen Regenschauer, der Salamander verschwand kurz danach unter einer Wurzel.

Kamera: EOS 5D Mark II
Objektiv: Sigma 150mm
Blende: F18
Belichtungszeit: 0,3 Sek.
ISO: 200
Beleuchtung: Schatten
Biotop: Wald/Bachnähe

Weinbergschnecke (Helix pomatia)

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Weinbergschnecken können bis zu 10 cm gross und 30 Gramm schwer werden. Dabei können sie ein Alter von 8 Jahren erreichen. Sie ernähren sich von Pflanzen und Algen, die sie mit der Raspelzunge von der Oberfläche abweiden.
Sie überwintern in einer Kältestarre, bei der sie sich eingraben und ihr Gehäuse mit einem Kalkdeckel verschliessen. Das gleiche Verhalten legen sie auch bei längerer Trockenheit an den Tag.
Weinbergschnecken sind Zwitter, können sich jedoch nicht selbst befruchten, sondern paaren sich mit Artgenossen. Sie legen bis zu 60 Eier aus denen nach circa zwei Wochen die Jungschnecken schlüpfen.
Es ist nicht erlaubt, Weinbergschnecken in der Natur zum Zwecke des Verzehrs zu sammeln, sie stehen unter Naturschutz.

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Man sollte meinen Schnecken wären aufgrund ihrer sprichwörtlichen Langsamkeit leicht zu fotografieren. Das Gegenteil ist der Fall, da sie sich ständig bewegen, niemals auch nur einen kurzen Moment innehalten. Dabei verlängern bzw. verkürzen sie ihre Fühler, so dass es sehr schwierig ist, ihre Augen in die Schärfeebene zu bekommen. Für Schneckenaufnahmen braucht man viel Geduld.

Kamera: EOS 5D Mark II
Objektiv: Sigma 150mm
Blende: F11
Belichtungszeit: 1/20 Sek.
ISO: 200
Beleuchtung: Schatten
Biotop: Waldwiese

Wasserskorpion (Nepa cinera)

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Wasserskorpione sind keine echten Skorpione, sondern gehören zu den Wasserwanzen. Sie leben in schlammigen Gewässern, wo sie Insektenlarven, aber auch Amphibienlarven wie z.B. Kaulquappen jagen. Ihre Vorderbeine sind zu Fangbeinen umgebildet, mit denen sie ihre Beute ergreifen, sie mit dem Mundrüssel anstechen und dann aussaugen. Der vermeintliche Stachel am Hinterleib ist ein Atemrohr, mit dem sie oberhalb des Wasserspiegel Luft ansaugen.

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Wasserskorpione erreichen eine Länge von ca. 30 mm, womit sie zu den grössten einheimischen Wanzen gehören. Im Frühjahr legt das Weibchen die Eier an Unterwasserpflanzen ab, diese besitzen Atemfäden, die bis zur Wasseroberfläche reichen und die Larven mit Sauerstoff versorgen. Nach dem Schlupf im Mai häuten sie sich insgesamt fünf Mal und erreichen im September das Erwachsenenstadium, in dem sie auch überwintern. Sie können mehrere Jahre alt werden.

Normalerweise sieht man Wasserskorpione nur sehr selten an Land. Ich hatte Glück, am Teich, wo ich dieses Insekt entdeckte, war ein Baum gefällt worden, der ins Wasser stürzte und dabei hatte es das Tier offenbar ans Ufer verschlagen.
Entgegen der gängigen Meinung in der Fachliteratur können Wasserskorpione fliegen, was ich bei diesem Exemplar selbst beobachten konnte. Auf der oberen Aufnahme sind die Deckflügel halb geöffnet und man erkennt die darunterliegenden, rötlichen Flügel.

Kamera: EOS 5D Mark II
Objektiv: Sigma 150mm
Blende: F16
Belichtungszeit: 1/15 Sek.
ISO: 200
Beleuchtung: Schatten
Biotop: Teich(ufer)


Libellenschlupf


Die Beobachtung einer aus der Larve schlüpfenden Libelle gehört wohl zum beeindruckendsten, was die einheimischen Insekten zu bieten haben.
Die Larve verlässt das Wasser, indem sie einen Halm oder ähnliches erklimmt und sich dort festhält.


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Sie verharrt einige Zeit, es hat den Eindruck, als sammele sie Kraft.
Dann bricht sie die Larvenhülle (Exuvie) kurz hinter dem Kopf auf und das kleine Wunder beginnt.


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Langsam schiebt sie ihren Körper aus der Exuvie.


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Eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Alien ist nicht zu verleugnen.


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Dann biegt sie ruckartig ihren Körper nach oben, fasst mit ihren Beinen die Exuvie und zieht ihren Hinterleib heraus.

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Es ist einer der kritischsten Momente in ihrem Leben, der Körper ist noch nicht ausgehärtet, sie ist völlig wehrlos und schon ein starker Windstoss kann sie das Leben kosten.
Im Laufe der nächsten Stunden pumpt sie ihre Flügel und den Hinterleib auf, während ihre Haut langsam trocknet und fest wird.


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Der ganze Vorgang dauert ca. 3 Stunden, dann kann sie sich in die Luft erheben, fressen, sich paaren und Eier ins Wasser legen, um dann im Herbst zu sterben.
Nach zwei bis drei Jahren als Larve beginnen ihre Nachkommen dann den Kreislauf erneut.

Kamera: EOS 5D Mark II
Objektiv: Sigma 150mm
Blende: F8 bis F14
Belichtungszeit: 1/60 Sek. bis 1 Sek.
ISO: 200
Beleuchtung: Schatten
Biotop: Teich(ufer)